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FUSSBALL.
Der SC Wyhl schnappte in einem aufregenden Saisonfinale der SpVgg.
Untermünstertal die Bezirksliga-Meisterschaft vor der Nase weg, steigt
erstmals in die Landesliga auf und schickte den Lokalrivalen TuS
Königschaffhausen mit einem 3:1-Sieg in die Kreisliga A. Untermünstertal
trifft nun in Hin- und Rückspiel auf den Hochrhein-Zweiten FC Wehr. Im "Tal"
jubelte statt der Gastgeber der SV Au-Wittnau, der sich mit dem 2:1 den
Klassenerhalt sicherte. Weitere Absteiger sind der SC Reute, FC Bad
Krozingen und der SC Gutach-Bleibach.
Bis kurz vor der Pause stand Untermünstertal mit einem Bein in der
Landesliga. Toni Vellas Mannschaft schien Au-Wittnau in der ersten
Viertelstunde überrennen zu wollen. "Da hätten wir das 1:0 machen müssen",
sollte der Coach später sagen, "dann hätten wir das Spiel nicht mehr so
hergegeben." Doch mit der letzten Aktion der ersten Halbzeit traf Dominik
Schuldis per Freistoß zum 0:1.
In Wyhl zeigten beide Seiten Nervenflattern angesichts der Bedeutung der
Partie. Zur Pause stand es 0:0. Doch war der SC Wyhl dank der besseren
Tordifferenz zu diesem Zeitpunkt Meister.
Nachdem
in Untermünstertal Sascha Oßwald mit einem Kopfball an den Pfosten das 1:1
verpasst hatte (55.), erhöhte Andreas Zimmermann die Gästeführung auf 2:0 –
von der linken Seite zog er mit dem linken Fuß ins lange Eck ab. "Das
zeichnet ihn aus", lobte Trainer Andreas Bach seinen Namensvetter. "Was er
diesmal wieder abgeliefert hat, war à la bonne heure." Für die "Täler"
schien die Meisterschaft nun in weite Ferne gerückt.
Und doch war sie in der 65. Minute urplötzlich wieder ganz nah:
Königschaffhausen ging dank Manuel Weis in Wyhl in Führung. Auf einmal
genoss die Vella-Elf wieder den Platz an der Sonne. Das hielt acht Minuten
an. Dann glich Simon Seiler aus und hievte Wyhl erneut auf den
Bezirksliga-Thron. Doch Untermünstertal hielt sich im Rennen: Moritz Wörner
gelang in der 76. Minute der Anschluss.
Als in Wyhl jedoch Christian Schmidt die Einheimischen in Front brachte
(82.), war der Würfel gefallen. Denn die "Täler" verloren mehr und mehr den
Glauben an die Wende. "Das war zu pomadig", kritisierte Vella. "Wir haben zu
viel mit langen Bällen operiert und sind überhaupt nicht mehr in die
Zweikämpfe gekommen."
Bei den Wyhler Fans brach Jubel aus, nachdem Benjamin Rohrer per Strafstoß
den 3:1-Endstand erzielt hatte. "Ich bin überzeugt, wir sind ein würdiger
Meister", so Spielausschuss-Vorsitzender Michael Seiler. "Wenn man sieht,
dass wir trotz des ständigen Verletzungspechs immer unseren Mann gestanden
haben, dann ist das der Lohn für die gesamte Saison." Besonders stolz durfte
Seiler auf Sohn Simon sein: Mit 22 Treffern krönte sich der 21-Jährige zum
Bezirksliga-Torschützenkönig, vor dem Vereinskameraden Markus Thoma (17
Treffer).
Toni Vella vom Vizemeister Untermünstertal will nun "alle Kräfte für die
Aufstiegsrunde sammeln" und appelliert an die Zuschauer, die Mannschaft bei
den Spielen lautstark zu unterstützen.
"Wir haben das Endspiel bekommen, das wir eigentlich nicht haben wollten",
sagte der erleichterte Andi Bach, der wegen seiner Rotsperre nicht selbst
ins Geschehen eingreifen konnte. "Und wir haben wie im Vorjahr gegen
Weisweil gezeigt, dass wir so etwas draufhaben."
Bittere Enttäuschung dagegen beim TuS Königschaffhausen, dem in der
kommenden Saison die reizvollen und publikumsträchtigen Derbys gegen Sasbach
bevorgestanden hätten. "Die Stimmung ist am Boden", sagte Ralf Jerg. "Wir
waren ebenbürtig, diesmal hat die glücklichere Mannschaft gewonnen. Unser
Kader bleibt zusammen, und es ist sehr leicht, ein Saisonziel fürs kommende
Jahr zu formulieren: ’Wir wollen wieder hoch!’"
Noch spannender war der letzte Spieltag in der Bezirksliga Hochrhein, denn
bei Ende der regulären Spielzeit hatte Ex-Verbandsligist FC Wehr als
5:0-Sieger gegen FC Schönau die Nase noch vorn. Doch in der 92. Minute
gelang Servet Ay-Güven per 20-Meter-Freistoß das 2:1 für den FV Lörrach, der
den SV Schopfheim am Ende 3:1 bezwang und sich damit den Titel und die
Rückkehr in die Landesliga sicherte. |
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